FÜNFEINHALB RINGE IN DENEN MAN WAS MACHEN KANN
Ring 1. Alleine
Was tut dir gut, was gibt Kraft und Hoffnung, wo tankst du auf? Einplanen und mit sich selbst verabreden. Alltagstauglich und möglichst ohne Geld.
Indivuduell sehr verschieden, vom Spaziergang über das Musikinstrument bis hin zum Coden.
Man darf auch was schaffen oder in etwas besser werden wollen. Bitte nur nicht irgendwelche Optimierungspläne verfolgen oder auf Insta einstellen.
Ring 2. Freund*innen
Haben, da sein, wieder die Fühler ausstrecken. So einfach wie möglich, keine Riesenpläne. Gut, wenn es live passiert, schriftlich, telefonisch, warum nicht.
Einschub: Was ist daran bitte politisch? Davon löst sich die AfD nicht in Luft auf und die Revolution kommt auch nicht. Rückzug in bürgerliche Privatheit!
Antwort: Sich um sich zu kümmern ist in unserer Welt oft nur dann okay, wenn man sich damit für die Arbeit fit macht oder neue Skills erwirbt, die verwertbar sind. Viele Erwachsene haben auch gar keine Freundinnen. Sie haben Familie und Kolleginnen. Wenn staatliche Sicherungssysteme weggehauen werden, brauchen wir alle Freund*innen. Aber noch viel wichtiger: Wir sagen hier, dass wir Beziehungen pflegen, die ohne Verwertungsinteressen frei gewählt sind.
Einschub zwei: Nicht jeder hat Freundinnen oder kann solche Beziehungen gut.
Antwort: Eine Möglichkeit sind manchmal innere Freundinnen (Autorinnen, mit deren Stimmen man einen Dialog hat), Tiere, Pflanzen. Oder ich übe, mir selbst eine Freund*in zu sein, s.o.
Einschub drei: Klingt wahnsinnig eso. Antwort: Finde ich auch, aber es ist schon komisch, dass uns diese Fragen so aufregen, wöhrend wir die "harte politische Arbeit" total dolle finden.
Ring 3. Zusammen, klein
Machen, was Freude macht. Wieder: Ehrgeiz ist okay (der Chor will das Stück mal können irgendwann), aber bitte nicht zum Produkt machen, schon gar nicht sich selbst. Social Media sparsam und vorsichtig.
Ring 4. Zusammen, größer, was es schon gibt
Verein, Partei, Gewerkschaft, Jugendzentrum, Medien. Unterstützen, je nach Geldbeutel: bezahlen, mitmachen.
Vorzug dem Bestehenden. Nur wenn es nicht anders geht was gründen.
"Dritte Orte" schaffen, wo Leute ohne (viel) Geld zusammen sein können und sich stärken. AfD und Kapitalismus wollen das nicht.
Einschub wieder: Bürgerliche Vereinsmeierei! Antwort: Eigentlich wie oben. AfD und Co. attackieren solche Strukturen, der Kapitalismus will, dass wir Arbeiten oder uns fürs Arbeiten fit machen. Zusamnenschlüsse, auch zahme, sind erstmal gut.
Einschub zwei: Zeit, Geld, Psyche. Wer soll das alles schaffen?
Antwort: Vorteil der Organisation, dass du nicht alles schaffen musst. Wenn es sein muss, sei Zuschauerin, Karteileiche, Anstecknadelträgerin.
Ring 4a. Vernetzung
Wo machen andere Vergleichbares in Gegenden, wo es schon doller brennt? Wie geht es denen, was brauchen die, kann man zusammen was machen?
Ring 5. Größer, über das hinaus, was es schon gibt.
In den Ringen 1-4 anschauen, bedenken, besprechen: wie geht es uns, wovor haben wir Angst, was stärkt?
Was haben Leute früher schon gemacht ubd gedacht? Was müssen wir nicht neu erfinden? Was hat geklappt, was nicht? Warum (nicht)?
Wie könnten Zukünfte aussehen?
Theorie, lesen, ok.
Auch: Mit Menschen und Gruppen von woanders ins Gespräch kommen. Voneinander lernen. Miteinander was machen (Generalstreik, Revolution, im Kopf, im Bett, im Betrieb, in der Küche, auf dem Spielplatz.